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Themen und Projekte

Energie und Klima

Russland ist in seinen Beziehungen zur EU stark auf das Thema Energie und Rohstoffe fokussiert. Deutschland wiederum hat eine große Expertise auf dem Feld der erneuerbaren Energien (Sonne, Wind, Wasser), die gerade in Russland ein großes Ausbaupotenzial haben. Russland könnte seinerseits von der deutschen Expertise auf diesem Gebiet profitieren und umgekehrt einen weiteren wichtigen Beitrag auf dem Weg zur angestrebten Dekarbonisierung der europäischen Wirtschaft leisten. Durch den Ausstieg Deutschlands aus der Kernenergie bis 2022 und dem politisch angestrebten Ausstieg aus der Verstromung von Braun- und Steinkohle sowie der Verbesserung alternativer Kraftstoffe und Antriebe für private und öffentliche Mobilität werden Deutschland/die EU unter anderem auf russisches Erdgas als Brückenenergieträger angewiesen sein. Derzeit gibt es zwischen Deutschland und Russland Überlegungen zu einer Deutsch-Russischen Wasserstoffpartnerschaft. Deutsche Unternehmen haben auch in Russland selbst bereits einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des dortigen Energiemarktes mit hohen Direktinvestitionen zum Beispiel in den Stromsektor geleistet. Russische Unternehmen haben ihrerseits wichtige Investitionen in die Erdgasinfrastruktur getätigt, die der Versorgungssicherheit Deutschlands zugutekommen.

Zwischen deutschen und russischen Unternehmen besteht seit über 50 Jahren eine erfolgreiche Zusammenarbeit im Energiesektor. Rund 35 Prozent der deutschen Erdgas- und Erdölimporte stammen aus Russland. Die weitere Verlässlichkeit dieser Lieferbeziehungen liegt im deutschen, im europäischen und im russischen Interesse.

 

Mobilität der Zukunft

Russland ist das größte Land der Erde mit der mit Abstand größten Bevölkerungszahl in Europa (ca. 145 Millionen). Zwischen Kaliningrad im Westen und Wladiwostok ganz im Osten des Landes ist eine Wegstrecke von annähernd 10.000 Kilometern zurückzulegen. In ganz Russland gibt es inzwischen 15 Millionenstädte, auch weil der Zuzug vom Land in die Städte weiter anhält. Sowohl die Überbrückung weiter Distanzen, die Anbindung entlegener Orte und die Gewährleistung von Mobilität unter klimatisch stark schwankenden Bedingungen als auch die Anforderungen an den Verkehr wachsender Großstädte stellen große Herausforderungen, aber auch große Chancen für die Verkehrsplaner dar. Der Bedarf an modernen und gut ausgebauten Metro-Netzen, Hochgeschwindigkeitszügen zwischen den Millionenstädten, klimabeständigen Schienen-, Straßen- und Wegenetzen und witterungsunabhängiger Mobilität und Logistik ist hoch und längst nicht befriedigt. Viele Firmen des deutschen Automobil- und Maschinenbaus haben in Russland investiert und haben große Produktionsstätten errichtet oder sind im Metro- oder Straßenbau engagiert. Aktuell bewerben sich zudem deutsche Unternehmen um neue Hochgeschwindigkeitsstrecken innerhalb Russlands.

Russland ist mit seinen vielen abgelegenen und teilweise nur aus der Luft erreichbaren Siedlungen zudem ein ideales Testfeld für die Mobilität und Logistikkonzepte von morgen wie Paketdrohnen und Flugtaxis. Die Überbrückung langer russischer Distanzen auf teilweise schnurgerader Strecke bietet sich für die Umsetzung von Konzepten zum autonomen Fahren und neuen Technologien wie Hyperloop bzw. der Magnetschwebetechnik an.

Mittelstandsförderung

Stark von russischer Seite nachgefragt sind Initiativen zum Aufbau und der Weiterentwicklung russischer mittelständischer Betriebe. Innovative, mittelständische Unternehmen sind die treibenden Kräfte für die notwendige Modernisierung und stärkere Diversifizierung einer jeden Wirtschaft. In Russland besteht hier besonderer Bedarf, die Wirtschaft über die bestehende hohe Konzentration auf die Rohstoffförderung hin zu längeren Wertschöpfungsketten im Land zu entwickeln. Mittelständische Betriebe werden zudem von deutschen und europäischen Investoren in Russland als zuverlässige Zulieferunternehmen benötigt, um das Engagement vor Ort ausbauen zu können. Allein etwa 40 Prozent der russischen kleineren und mittleren Unternehmen (KMU) sind im Dienstleistungssektor zu verorten und sind damit ebenso wie produzierende Unternehmen interessante Partner für deutsche Investoren.

 

Agrarwirtschaft

Die Ernährungslage bleibt in vielen Teilen der Welt angespannt. Von derzeit rund sieben Milliarden Menschen hungern nach Angaben der Food and Agricultural Organization (FAO) eine Milliarde Menschen. Bis 2050 wird sich das Problem durch den Anstieg der Weltbevölkerung auf über neun Milliarden Menschen weiter verschärfen. Um diese wachsende Zahl von Menschen ausreichend ernähren zu könnten, müsste sich die Nahrungsmittelproduktion in den kommenden 35 Jahren verdoppeln. Die russische Landwirtschaft wird bei der Ernährung von immer mehr Menschen aufgrund ihrer riesigen und besonders fruchtbaren Ackerflächen eine Schlüsselrolle spielen. Deutsche Technologie kann hier zur Steigerung der Flächenerträge bei nachhaltiger Ressourcensicherung einen entscheidenden Beitrag leisten. Dies gilt für moderne Landtechnik, die höhere Ernteerträge ermöglicht, ebenso wie für eine auf Nachhaltigkeit angelegte Tierzucht. Im Hinblick auf die erwarteten Auswirkungen des Klimawandels sind zudem Strategien wie die Entwicklung standortangepasster Anbausysteme sowie die Unterstützung von Bewässerungs- und Ernteversicherungssystemen von besonderer Bedeutung.

Bildung und Wissenschaft

Vom Vorgänger-Themenjahr der  Hochschulkooperation und Wissenschaft 2018 - 2020 konnten erhebliche Impulse auch für die Vertiefung der deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen ausgehen. Gleichzeitig haben die Forschungsministerien Deutschlands und Russlands am 10. Dezember 2018 in Moskau eine ambitionierte Roadmap für die Zusammenarbeit in Bildung, Wissenschaft, Forschung und Innovation vorgelegt.

Deutsche Forschungs- und Förderorganisationen haben dazu unter Federführung der Helmholtz-Gemeinschaft rund 30 Arbeitsansätze zur weiteren Intensivierung der Zusammenarbeit vorgelegt, die seitens der Wirtschaft unterstützt werden. Die Roadmap ist auf zehn Jahre angelegt und besteht aus vier Säulen:

  1. Kooperation bei Großforschungsinfrastrukturen;
  2. Prioritäre Forschungsschwerpunkte (Meeres- und Polarforschung, Bioökonomie, Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften, Gesundheitsforschung, Erneuerbare Energien/Energieef- fizienz, Klima/Umwelt/Nachhaltigkeit, Lasertechnologie und andere innovative Produktionstechniken);
  3. Nachwuchsförderung (Young Talent Programme);
  4. Vernetzung von Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft.

Gerade die anwendungsorientierte Forschung bietet vielfältige Möglichkeiten für die deutsch-russische Zusammenarbeit.

Tourismus

Die Zahl der Menschen, die reisen können und wollen, nahm vor der Covid-Pandemie beständig zu. Für viele Länder ist Tourismus einer der wichtigsten Wirtschaftszweige. Im Jahr 2018 wurden weltweit 1,4 Mrd. Auslandreisen unternommen, 6% mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein über die Auswirkungen, die Tourismus auf Umwelt und Klima haben können. Dies hat weltweit zum stetigen Wachstum von nachhaltigem bzw. Ökotourismus geführt.

Experten sehen darin einen wichtigen Zukunftsmarkt. Dies hat einerseits mit sich ändernden Reisevorstellungen und Werten der Bevölkerung zu tun. Immer mehr Menschen legen bei ihrer Urlaubsplanung Wert auf Nachhaltigkeit.

Auch Russland hat die Entwicklung von Ökotourismus in das Nationale Umweltprogramm "Ökologie" aufgenommen. Ein Ökotourismus-Konzept ist seit dem Frühjahr 2019 in Arbeit. Aus der Sicht von UmweltschützerInnen wird es darauf ankommen, bei der touristischen Erschließung von Schutzgebieten kommerzielle Interessen mit dem Schutz der Umwelt und Natur auszubalancieren. 

Die russische Tourismusindustrie hat ein Interesse daran, das inländische Angebot auszubauen und zu verbessern. Treiber hierfür ist der schwache Rubel, der Auslandsreisen teurer macht, die beinahe komplette Einstellung grenzüberschreitender Verbindungen, die Auslandsreisen zusätzlich verkompliziert, aber auch das in diesem Jahr aufgelegte Cashback-Programm der russischen Regierung für Urlaubsreisen innerhalb Russlands.

In Russland gibt es ein großes Interesse an dem Dialog und Erfahrungsaustausch mit deutschen ExpertInnen.

Business Update Russland - Was tun? Empfehlungen für den deutschen Mittelstand

Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft e.V. lädt in Zusammenarbeit mit der Messe Berlin herzlich zum Business Update Russland ein. Die Veranstaltung ist ein Teil des digitalen Veranstaltungsprogramms der Internationalen Grünen Woche. Schwerpunkte der Veranstaltung sind aktuelle fiskalische, rechtliche, finanzielle und wirtschaftliche Aspekte der Wirtschaft in Russland, insbesondere im Bereich Agrar- und Ernährungswirtschaft.

Business Update Russland - Was tun? Empfehlungen für den deutschen Mittelstand
Donnerstag, 21. Januar 2021
von 11:15 bis 13:15 Uhr
/ Einwahl zur digitalen Plattform Teams ab 11:00 Uhr

Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung bis zum 20. Januar 2021 unter www.oa-event.de mit dem Login-Code: RusslandUpdate21.

Sie erhalten bei erfolgreicher Anmeldung eine Bestätigung von uns und einen Tag vor Beginn der Veranstaltung die Einwahldaten zur digitalen Plattform Microsoft Teams.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Das Programm ist unter diesem Link abrufbar. 

Online-Diskussionsveranstaltung im Rahmen der Internationalen Grünen Woche „Deutsch-russische Kooperation für eine zukunftsfähige Agrar- und Ernährungswirtschaft“

Deutschland und Russland sind wegweisend in Sachen Agrarwirtschaft: Innovative Agrartechnologien und Agrarexportrekorde gehen Hand in Hand, beide Länder setzen Standards in der Landwirtschaft. Einmal mehr zeigt sich: Moderne Technologien, Forschung und Lehre sind Impulsgeber für eine leistungsfähige Agrarwirtschaft, sichere Versorgung und starken Export.

Eine entscheidende Rolle für die zukünftige Entwicklung werden Anwendungsmöglichkeiten moderner Technologien und der Absatz der durch sie ermöglichten Produkte spielen: Wie können Deutschland und Russland Innovation im Agrarbereich sichern? Welche Weichenstellungen sind für die Anwendung in der Praxis nötig? Welche Rolle spielt in diesem Feld der internationale Waren- und Ideenaustausch? Und welchen Stellenwert besitzt der Fachkräfteaustausch für die Sicherung von Zukunftsfähigkeit?

Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft diskutieren gemeinsam im Rahmen der Internationalen Grünen Woche 2021 Handlungsoptionen und Kooperationsmöglichkeiten für eine zukunftsfähige Agrar- und Ernährungswirtschaft in beiden Ländern.

Moderation:

  • Torsten Spill, Co-Vorsitzender der German Agribusiness Alliance/AG Agrarwirtschaft beim Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft e.V.

Diskutierende (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Bernd Antelmann, Geschäftsführer der Deula-Nienburg GmbH
  • Uwe Feiler, MdB, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)
  • Stefan Lütke Entrup, Stv. Geschäftsführer der Gemeinschaft zur Förderung von Pflanzeninnovation (GFPI) e.V.
  • Dmitrij Pekurowskij, Russischer Landjugendverband
  • Maxim Uwaidow, Vizeminister für Landwirtschaft der Russischen Föderation

Anmeldung unter dem Link https://oa-event.de/ mit dem Code GAA200121RUS.

Deutsch-Russisches Science Forum „Grüne Transformation der Weltwirtschaft: Deutsche und russische Perspektiven“

Das Deutsch-Russische Science Forum des DWIH Moskau und der Deutschen Botschaft Moskau, in Partnerschaft mit der Higher School of Economics, widmet sich im März 2021 der Klimapolitik und dem Einfluss aktueller Umweltfragen sowie der Corona-Pandemie auf die Weltwirtschaft.

Am 17. und 18. März 2021 werden deutsche und russische Wissenschaftler*innen und Expert*innen über die Klimapolitik und Umweltprobleme sowie den Einfluss der Corona-Pandemie auf die Richtlinien grüner Politik in beiden Ländern diskutieren. Der Schwerpunkt wird dabei auf Dekarbonisierung und Wasserstoffforschung liegen.

Klimawandel und Umweltprobleme werden zu einem Schlüsselfaktor für die Entwicklung der Weltwirtschaft. Der Bereich der grünen Finanzen wird erweitert. Die Dekarbonisierung und die rasche Entwicklung grüner Technologien (vor allem im Bereich erneuerbarer Energien) gehören zu den wichtigsten Entwicklungsprioritäten der europäischen Union und Deutschlands, die den Prozess der „grünen“ Transformation in Europa leiten. Die durch die COVID-19-Pandemie ausgelöste Krise verstärkt die kohlenstoffarme Agenda in Europa zusätzlich. Diese Veränderungen sind auch für Russland von großer Bedeutung. Ergeben sich doch neben einigen möglichen auch Risiken – vor allem wegen der hohen Abhängigkeit der russischen Wirtschaft vom Export fossiler Brennstoffe und energieintensiver Güter. Deutsche und russische Wissenschaftler*innen und Expert*innen wollen gemeinsame Ansätze für Russland und Deutschland bzw. die EU entwickeln, um den Klimawandel und andere Umweltprobleme gemeinsam zu bewältigen.

Die Veranstaltung findet online auf Deutsch und Russisch mit Simultanübersetzung statt.

 

 

 

 

13. Deutsch-Russische Rohstoff-Konferenz

Vom 28. bis zum 30. April 2021 wird die 13. Deutsch-Russische Rohstoff-Konferenz unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten des Freistaates Sachsen Michael Kretschmer in Leipzig stattfinden. Die Kernthemen der Veranstaltung umfassen die Bereiche Klimaschutz, neue Energien, Kreislaufwirtschaft und Digitalisierung, sowie den Aufbau einer deutsch-russischen Nachhaltigkeitspartnerschaft. Gemeinsam mit den führenden Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft werden wir uns diesen Themen im Rahmen der Plenartagungen sowie Rundtisch-Gesprächen widmen. Die Konferenz ist eine wichtige Plattform, um den Stand und die Perspektiven der deutsch-russischen Zusammenarbeit im Energie- und Rohstoffbereich zu diskutieren und bilaterale Kooperationsprojekte anzustoßen.

Online-Diskussionsrunde: "Die russische Digitalwirtschaft in Zeiten der Pandemie: Trends, Herausforderungen, Chancen für eine deutsch-russische Zusammenarbeit"

10.00-12.00 (MEZ), Zoom

Das Jahr 2020 war in vielerlei Hinsicht ungünstig für die Wirtschaft in Russland und Deutschland, denn die Coronavirus-Pandemie zwang praktisch alle Unternehmen zu einer Änderung ihrer ursprünglichen Vorhaben. Dabei war die Situation in der Digitalwirtschaft besser als die Lage vieler anderer Branchen. Der flächendeckende Rückzug von Mitarbeitern ins Homeoffice führte zu einem explosiven Wachstum des Marktes für E-Commerce und elektronische Dienstleistungen. Unternehmen, die digitale Lösungen für Videokonferenzen und Cloud Computing anbieten, waren im Jahr 2020 ebenso erfolgreich. Darüber hinaus hat die russische Regierung beispiellose Maßnahmen ergriffen, um die heimische IT-Industrie zu unterstützen, insbesondere im Bereich Softwareentwicklung

Doch wie viel von diesem Optimismus ist tatsächlich gerechtfertigt? Wie haben sich andere Bereiche der Digitalwirtschaft im Jahr 2020 entwickelt, wie etwa die Digitalisierung von industriellen Produktionsprozessen („Industrie 4.0“)? Welche Industriezweige haben ihre digitale Transformation 2020 am besten bewältigt? Welche herausragenden digitalen Projekte wurden trotz (oder dank) der Pandemie umgesetzt? Welche Technologien schafften 2020 den Durchbruch? Und welche Perspektiven gibt es für einen Ausbau der russisch-deutschen Zusammenarbeit im Bereich Digitalisierung? Diese und weitere Fragen werden bei einer virtuellen Podiumsdiskussion mit den Mitgliedern und Partnern der German-Russian Initiative for Digitalization (GRID) diskutiert

Veranstaltungssprache: Russisch mit Simultanübersetzung ins Deutsche

Programm (pdf)

Anmeldung

Digitalisierung und Innovationen

Die Digitalisierung verändert die Wirtschaft ähnlich gravierend wie die Erfindung der Dampfmaschine im 18. Jahrhundert. Die Verfügbarkeit von gigantischen Rechenleistungen zu weiter stark sinkenden Preisen erlaubt die Erschließung und Nutzung riesiger Datenmengen. Robotics, Augmented Reality, Blockchain, 3-D-Druck, Drohnen und Internet of Things werden die Wirtschaft massiv verändern. Angesichts der Dynamik, die auf diesem Gebiet in den USA und China entfesselt wurde, droht Europa auf wichtigen Feldern den Anschluss zu verlieren. Im Gegensatz zur EU gibt es in Russland mit Firmen wie Mail.ru, Yandex oder Kaspersky Lab eigene Software- und Internet-Riesen. Viele dieser innovativen IT-Firmen bilden z.B. in Skolkowo bei Moskau, Innopolis bei Kasan in Tatarstan und Akademgorodok bei Nowosibirsk russische Forschungscluster oder sind im russischen Netzwerk NTI organisiert, dem über 350 innovative Unternehmen angehören.

Russland ist mit rund 90 Millionen Nutzern der größte E-Commerce-Markt Europas. Nirgendwo auf unserem Kontinent gibt es mehr Internet-Nutzer und Programmierer. Während Deutschland bei digitalen Services im Alltag und bei E-Government deutlich hinterherhinkt und hier von Russland lernen kann, punktet die deutsche Wirtschaft beim Thema Industrie 4.0 und damit bei der Implementierung digitaler Anwendungen in den Produktionsalltag. Die Nutzung digitaler Anwendungen kann nach Schätzungen von Experten bereits innerhalb kurzer Zeit zu einer um fünf bis zehn Prozent effizienteren Produktion und langfristig sogar zu einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 30 Prozent führen, bei gleichzeitiger Einsparung von Energie, Abgasen und Ressourcen. Eine Zusammenarbeit in diesem Bereich hilft also beiden Seiten.

Als Pilotprojekt für eine engere deutsch-russische Abstimmung zur Digitalisierung wurde 2017 die Deutsch-Russische Digitalisierungsinitiative GRID gestartet. Partner sind der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft, AHK Moskau, RSPP, Siemens, SAP, VW, Bosch, Phoenix Contact, Rostelekom, Kaspersky, Skolkovo Foundation, Zyfra, TMK, Sinara Group, Rostec und die Russische Eisenbahn (RZD). Die Initiative führt deutsche und russische Unternehmen beim Thema Digitalisierung und Zukunftstechnologien zusammen.

Kontaktstelle Mittelstand vom Ost-Ausschuss