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Eröffnungsrede des Bundesministers des Auswärtigen Heiko Maas

„Ein Schatz, den es zu hüten gilt“, so bezeichnete der Außenminister Heiko Maas das Deutsch-Russische Themenjahr „Wirtschaft und nachhaltige Entwicklung 2020 - 2022“, das nun am 11. Dezember 2020 offiziell eröffnet wurde. „Die Themenjahre schaffen dringend nötigen Raum für Dialog und Austausch zwischen Deutschen und Russen. Daraus entsteht neue Verbundenheit. Und diese Verbundenheit lässt Vertrauen und Verständnis wachsen. Gerade in politisch angespannten Zeiten ist das wichtiger denn je.“

Trotz aller Krisen und Konflikte hat sich bis in die heutige Zeit die Wirtschaft als stärkste Brücke zwischen Russland und Deutschland erwiesen. Die täglichen Erfahrungen aus gemeinsamen deutsch-russischen Projekten zeigen, dass eine Zusammenarbeit im Interesse aller Beteiligten nicht nur möglich, sondern höchst erfolgreich sein kann. 4.200 Deutsche Unternehmen sind derzeit in Russland tätig. Deutschland ist zudem Russlands zweitwichtigster Handelspartner. Dieses Fundament sollte nun gestärkt werden. Das Deutsch-Russische Jahr bietet eine große Chance, neue Kooperationen auf den Weg zu bringen.

„Und zugleich wollen wir gemeinsam mit der Wirtschaft einen Beitrag dazu leisten, unsere natürlichen Lebensgrundlagen auch für künftige Generationen zu sichern“, so Heiko Maas. „Darin liegt eine, wenn nicht die große Aufgabe dieses Jahrhunderts“. Schon heute werden deshalb moderne Umwelttechnologien oder Projekte der zirkulären Abfallwirtschaft in Russland gefördert sowie auch in der Erschließung der gewaltigen Reserven Russlands im Bereich der erneuerbaren Energien und im Wasserstoff riesige Potenziale gesehen. Dabei setzt man "auf die Innovationskraft der Wirtschaft, auf ihre ökonomische Vernunft, die nicht zu trennen von ökologischer Verantwortung" ist. Außerdem wäre eine noch engere deutsch-russische Vernetzung zwischen den Zivilgesellschaften, der Wissenschaft und der Wirtschaft wichtig.

Was ist das Themenjahr?

Das Format der Themenjahre wurde 2014 ins Leben gerufen, um die deutsch-russische Zusammenarbeit in den jeweiligen thematischen Bereichen zu vertiefen und die Öffentlichkeit verstärkt auf die Vielfalt der bilateralen Beziehungen aufmerksam zu machen. Die Themenjahre sind nicht mit Fördergeldern unterlegt. Stattdessen werden die in den jeweiligen Bereichen bestehenden oder geplanten Aktivitäten durch das Themenjahr auf beiden Seiten besonders gewürdigt. Bisherige Themenjahre widmeten sich der Sprache und Literatur, dem Jugendaustausch, den kommunalen und regionalen Partnerschaften sowie der Hochschulkooperation und Wissenschaft.

Das Themenjahr ist eine deutsch-russische Initiative der Regierungen Deutschlands und Russlands.
Ihre Ziele sind:

  • Impulse für das Engagement von Wirtschaft und Zivilgesellschaft zu Nachhaltigkeitsfragen im jeweiligen Partnerland zu geben; 
  • die große Bedeutung zu unterstreichen, die beide Regierungen dem Engagement von Wirtschaft und Zivilgesellschaft zu Nachhaltigkeitsfragen beizumessen;
  • größere Sichtbarkeit für bestehende deutsch-russischen Partnerschaften in zukunftsorientierten Sektoren zu schaffen;
  • den Austausch zu gemeinsamen und globalen Herausforderungen zu vertiefen, Netzwerke aufzubauen und zu verstetigen.

Die Sektoren des Themenjahres sind sehr breit gefasst:

  • Innovationen und Digitalisierung
  • Handel, Wirtschaft und Investitionen
  • Mittelstandsförderung und Startups 
  • Energie und Klima
  • Umweltschutz
  • Landwirtschaft
  • Verkehr und Mobilität
  • Tourismus
  • Effizienzsteigerung und Arbeitsproduktivität
  • Verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln (RBC)
  • Bildung und Wissenschaft.

Wie ist eine Teilnahme am Themenjahr möglich?

Interessierte Partner können ihre Veranstaltungen, Initiativen und andere Vorhaben über die Webseite zur Aufnahme unter das Dach des Themenjahres anmelden. Als Teil des Themenjahres erhalten die Partner das Logo, das sie im Zusammenhang mit dem Vorhaben führen können. Die Projekte werden in den Veranstaltungskalender und die Übersicht der Kurzdarstellungen der Projekte aufgenommen.

Die deutsche und die russische Webseite sind Hauptinstrumente der Öffentlichkeitsarbeit. Sie sind Plattformen für die Ansprache und Information eines breiten Publikums in Deutschland und Russland zu Nachhaltigkeitskooperationen und sollen darüber hinaus die Vernetzung befördern. 

Die Domain der deutschen Seite lautet: www.deutsch-russisches-themenjahr.de. Die russische Seite ist unter https://российско-германский-год-экономики.рф/  bzw. https://russiagermany.ru/ abrufbar.

Wer sind die Ansprechpartner?

Politisch verantworten das Auswärtige Amt auf deutscher und das Außenministerium sowie das Ministerium für Wirtschaftliche Entwicklung auf russischer Seite das Themenjahr. Die Schirmherrschaft über das Themenjahr übernehmen der Bundesminister des Auswärtigen Heiko Maas und der Minister für Auswärtige Angelegenheiten der Russischen Föderation Sergej Lawrow.

Auf deutscher Seite nimmt der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft die Funktion der Durchführungsorganisation wahr, auf russischer Seite der Russische Verband Industrieller und Unternehmer (RSPP). Beide Verbände nehmen über die jeweilige Webseite auch Anfragen zur Teilnahme am Themenjahr entgegen.
 

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